Dermatologie & Allergologie
Pruritus: Diagnose
Pruritus
Definition
Hautjucken an dessen Zustandekommen und Verarbeitung die Schmerzrezeptoren, das vegetative Nervensystem, die Hirnrinde und Psyche, bestimmte Mediatoren (z. B. Histamin, Trypsin, Kallikrein), das Gefäßsystem der Haut und die inneren Organe beteiligt sind; führt zum Kratzen und den dadurch verursachten Hautveränderungen wie strichförmigen Rötungen, Erosionen, Krusten, Lichenifikation.
Ursachen
Juckreiz als hautspezifisches Symptom kann auftreten:
- im Rahmen von Hauterkrankungen
- als Folge von Infestationen mit Parasiten
- bei internen Erkrankungen ohne Hautveränderungen
- ohne fassbare organische Ursache
Anamnese
Eingehende Anamnese unter Berücksichtigung zugrunde liegender Krankheiten, einschließlich Psyche, Medikamentenkonsum, Beruf und Umwelt (kriminalistisches Nachforschen!)
Pruritus bei Hauterkrankungen
Bei zahlreichen Hauterkrankungen wie z. B.
- Epizoonosen (Milben, Läuse, Flöhe etc.)
- Ekzemgruppe
- Urtikaria
- Prurigoerkrankungen
- Dermatitis herpetiformis (Duhring)
- Mycosis fungoides
- Exsikkation der Haut (übermäßiges Duschen oder Baden)
- Follikulitiden
- Lichen ruber planus
Pruritus bei internen Erkrankungen
- Endokrine Störungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenstörungen, Keimdrüsenstörungen)
- Leber- und Nierenerkrankungen (Dialysepatienten!)
- Darmerkrankungen (Parasiten)
- Gefäßerkrankungen (venös, arteriell)
- Nervenerkrankungen (Tabes dorsalis)
- Hämoblastosen und maligne Lymphome (z. B. Morbus Hodgkin)
Psychogener Pruritus
Dauerjuckreiz an ganzer Hautregion oder in "Symbolregion" (z. B. genitaler Pruritus); Dermatozoenwahn
Idiopathischer Juckreiz
Pruritus ohne fassbare organische Veränderungen an Haut und inneren Organen und ohne Anhalt für psychische Genese. Häufig bei älteren Menschen; Hauttrockenheit prädisponierend.
Letztes Update:3 März, 2009 - 16:11








